In unseren Trainings hören wir zwei Sätze besonders oft:

„Ich bekomme 200 Teams-Benachrichtigungen pro Tag und komme zu nichts mehr.“
Und das Gegenteil: „Ich habe alles ausgeschaltet und verpasse jetzt wichtige Nachrichten.“

Beide Extreme sind ein Problem. Und beide sind vermeidbar. Die Lösung liegt nicht irgendwo in der Mitte. Sie liegt in einem anderen Ansatz: intelligenter Priorisierung.

Warum beide Extreme scheitern

Wer alles zulässt, ertrinkt in Benachrichtigungen. Kein Fokus, keine Tiefarbeit, ständige Unterbrechungen. Wichtiges geht in der Flut unter.
Wer alles abschaltet, ist für das Team nicht erreichbar. Deadlines werden übersehen, Kollegen sind frustriert, wichtige Entscheidungen werden ohne Sie getroffen.
Nicht jede Nachricht verdient dieselbe Aufmerksamkeit. Das klingt offensichtlich – aber die meisten Nutzerinnen und Nutzer konfigurieren Teams so, als ob sie es täten.

Wie die Benachrichtigungseinstellungen in Teams aufgebaut sind

Bevor Sie mit dem Setup beginnen, ist es wichtig, die Logik dahinter zu verstehen. Die Benachrichtigungseinstellungen in MS Teams sind zweigeteilt:

  • Globale Einstellungen legen das grundsätzliche Verhalten für alle Kanäle fest. Sie finden diese unter: Einstellungen, Benachrichtigungen. Hier steuern Sie unter anderem, wie @Erwähnungen angezeigt werden, ob Töne abgespielt werden und wie Benachrichtigungen optisch dargestellt werden.
  • Kanaleinstellungen ermöglichen die Feinjustierung pro Kanal. Sie überschreiben die globalen Einstellungen für genau diesen einen Kanal. Sie finden diese, indem Sie den Kanal öffnen, auf die drei Punkte (…) klicken und Kanalbenachrichtigungen wählen.

Die Kanaleinstellungen bieten drei Optionen: In Aktivität und Banner anzeigen, In Aktivität anzeigen oder Aus. Töne werden ausschließlich über die globalen Einstellungen gesteuert – nicht pro Kanal.

Merkhilfe: Globale Einstellungen = Rahmen. Kanaleinstellungen = Ausnahmen.

Zuerst: Das Team-Agreement

Das beste persönliche Setup bringt wenig, wenn das Team @Erwähnungen inflationär einsetzt. Deshalb steht das Team-Agreement am Anfang.

Klären Sie gemeinsam drei Dinge:

  • @mention nur bei direkten Fragen, Aufgabenzuweisungen oder zeitkritischen Informationen – nicht für FYI-Nachrichten.
  • @channel und @team maximal einmal pro Tag und nur wenn wirklich alle informiert werden müssen.
  • Reaktionen statt Antworten: Ein Daumen hoch ersetzt „Danke!“, ein Herz ersetzt „Super!“. Das reduziert Benachrichtigungen für alle.

Das 4-Stufen-System

Das System funktioniert mit einer einfachen Leitfrage für jeden Kanal:

Was passiert, wenn ich vier Stunden nicht reagiere?

Je nach Antwort landet der Kanal auf einer von vier Stufen.

Stufe 1: Kritisch – sofort informiert werden

Diese Stufe ist für Kanäle reserviert, bei denen eine Verzögerung von vier Stunden ein echtes Problem wäre. System-Ausfälle. Eskalierte Kundenprobleme. Krisen-Kommunikation.

Kanaleinstellung: Kanal öffnen, drei Punkte (…), Kanalbenachrichtigungen, In Aktivität und Banner anzeigen wählen.
Globale Einstellung: Einstellungen, Benachrichtigungen, Audio: Sounds mit Benachrichtigungen wiedergeben aktiviert lassen.

Wichtige Regel: Maximal ein bis drei Kanäle gehören in diese Stufe. Wer zehn Kanäle als kritisch markiert, hat keinen einzigen wirklich kritischen Kanal.

Stufe 2: Wichtig – zeitnah informiert werden

Hier gehören Ihr aktives Projektteam, Ihr direktes Team und wichtige Stakeholder rein. Sie wollen zeitnah informiert werden – aber nicht bei jeder einzelnen Nachricht.

Kanaleinstellung: Kanal öffnen, drei Punkte (…), Kanalbenachrichtigungen, In Aktivität anzeigen wählen. So erscheint keine Popup-Banner für jeden neuen Beitrag.
Globale Einstellung: Einstellungen, Benachrichtigungen, Chats und Kanäle: Persönliche @Erwähnungen auf In Aktivität und Banner anzeigen setzen. So erhalten Sie trotzdem einen Banner, wenn Sie direkt @erwähnt werden.

Damit das funktioniert, muss Ihr Team @Erwähnungen bewusst einsetzen. Die einfachste Regel: @mention wenn Sie jemanden wirklich brauchen, keine @mention wenn es nur zur Information ist.

Stufe 3: Normal – bei Gelegenheit nachschauen

Abteilungskanaele, Info-Kanäle, „Nice to know“-Bereiche. Sie schauen rein, wenn Sie Zeit haben – nicht weil Teams Sie dazu zwingt.

Kanaleinstellung: Kanal öffnen, drei Punkte (…), Kanalbenachrichtigungen, Aus wählen. Der Badge-Zähler in der Teams-Liste zeigt trotzdem neue Nachrichten an.

Drei feste Zeitfenster reichen für diese Kanäle: morgens beim Start, nach dem Mittagessen, vor Feierabend.

Stufe 4: Optional – komplett stumm

Abgeschlossene Projekte, sehr große Teams, reine Informationsablagen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Ausblenden: Das Team bleibt in der Liste, ist aber nicht sichtbar. Kein Badge, keine Benachrichtigungen. Über die Suche jederzeit erreichbar. Die richtige Wahl, wenn Sie den Kanal gelegentlich noch brauchen.
  • Verlassen: Wenn Sie den Kanal wirklich nie mehr brauchen. Sie können bei Bedarf jederzeit wieder beitreten.

Das Setup dauert maximal eine Stunde

30 Minuten für den Audit: Listen Sie alle Ihre Teams und Kanäle auf und ordnen Sie jeden einer Stufe zu. Die Leitfrage ist immer: Was passiert, wenn ich vier Stunden nicht reagiere?
30 bis 45 Minuten für die Konfiguration: Zuerst die globalen Einstellungen unter Einstellungen, Benachrichtigungen prüfen und anpassen. Dann jeden Kanal einmal durchgehen und die Kanaleinstellungen setzen.

Nach einer Woche sehen Sie, ob das System passt. Zu viele Benachrichtigungen: Kanäle eine Stufe herabsetzen. Wichtiges verpasst: relevante Kanäle hochstufen.

Das Ziel ist nicht null Benachrichtigungen. Das Ziel sind nur noch Benachrichtigungen, die wirklich relevant sind. Alles andere schauen Sie durch, wenn Sie es wollen – nicht weil Teams Sie dazu zwingt.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Information haben helfen können.

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