Die Storyline ist eine Funktion in MS Teams, die urspruenglich aus Viva Engage stammt. Wer Viva Engage noch unter dem alten Namen Yammer kennt: genau das. Ein Sichtbarkeitsinstrument fuer interne Kommunikation. Kein Arbeitswerkzeug.
Und trotzdem scheitert die Storyline in der Praxis immer wieder. Hier sind die fünf haeufigsten Gruende dafuer.
Inhaltsverzeichnis
Grund 1: Falsche Erwartungshaltung
Wer etwas in die Storyline postet, erwartet oft eine Reaktion. Die bleibt meistens aus. Und das ist kein Fehler der Kollegen, sondern ein Fehler im Verständnis des Tools.
Die Storyline ist ein Einwegkanal. Keine Aufgabe. Kein Auftrag. Keine Verbindlichkeit. Nur Information.
Ergebnis: Wer Reaktionen erwartet und keine bekommt, hört irgendwann auf zu posten. Oder schlimmer: postet weiter und wundert sich, warum nichts passiert.
Grund 2: Noch ein Feed, den niemand braucht
Der durchschnittliche Wissensarbeiter kämpft schon jetzt mit zu vielen Informationskanälen:
- Outlook
- Teams Chat
- Teams Kanäle
- Planner / To Do
- SharePoint
- Viva Connections Feed
Die Storyline konkurriert mit all diesen Kanälen um Aufmerksamkeit. Ohne direkten Nutzen für den Leser verliert sie diesen Wettbewerb regelmässig.
Ergebnis: Die Storyline wird als erster Feed ignoriert, weil sie am wenigsten Konsequenzen hat.
Grund 3: Falsche Zielgruppenannahme
Viele posten in die Storyline mit der Annahme: Das interessiert alle. Tut es meistens nicht.
Die Storyline ist nicht an einen Chat oder einen Kanal gekoppelt. Eine saubere Zielgruppenadressierung ist kaum möglich. Das führt zu zwei Problemen gleichzeitig:
- Erreicht der Post zu viele: Spam-Gefuehl beim Leser.
- Erreicht er zu wenige: Haette ein Chat gereicht.
Ergebnis: Der Post verfehlt seine Wirkung. In beide Richtungen.
Grund 4: Führungskräfte posten, handeln aber weiter per Mail
Führungskraefte entdecken die Storyline für sich. Das Muster, das dann folgt, ist immer dasselbe:
- Grosse Ankündigung in der Storyline.
- Rückfragen kommen per Mail.
- Entscheidungen fallen im Meeting.
Alle werden informiert, aber die tatsächlichen Stakeholder werden trotzdem per Mail oder mündlich eingebunden. Die Storyline ist dabei nur Kulisse.
Ergebnis: Mitarbeiter lernen schnell, dass Storyline-Ankündigungen keine Konsequenz haben. Sie hören auf, sie ernst zu nehmen.
Grund 5: Kein Bezug zum Arbeitsalltag
Die vier Gruende oben führen alle zum selben Punkt: Normale Anwender fragen sich irgendwann ganz konkret:
„Was soll ich jetzt damit tun?“
Die Antwort, zu der sie kommen: nichts.
Ergebnis: Was kein Verhalten auslöst, verschwindet aus dem Verhalten. Die Storyline wird zur digitalen Pinnwand, die niemand mehr ansieht.
So erklaere ich die Storyline im Training
Meine Erklärungsstruktur ist denkbar einfach:
- Chats = Arbeiten
- Kanaele = Zusammenarbeiten
- Storyline = Informieren
Wer will, dass jemand etwas tut, verwendet die Storyline nicht. Sondern Chat, Kanal oder Aufgabe.
Gute Storyline-Beispiele
Diese Posts passen zur Storyline, weil sie keine Reaktion erzwingen:
- „Ich habe einen neuen Leitfaden veroeffentlicht“
- „Achtung: Wartungsfenster am Freitag“
- „Learnings aus Projekt X (optional lesen)“
- „Danke an Team Y“
Das Prinzip dahinter: Lesen darf, reagieren muss niemand.
Schlechte Storyline-Beispiele
Diese Posts gehoeren nicht in die Storyline:
- „Bitte Rueckmeldung geben“
- „Wer kuemmert sich darum?“
- „Das ist dringend!“
- „Wir sollten das entscheiden“
Wer das in die Storyline schreibt, nutzt das Werkzeug falsch. Und wundert sich dann ueber die oben beschriebenen fuenf Gruende.
Die Merkhilfe für meine Teilnehmer
Die Storyline ist wie ein schwarzes Brett. Wer erwartet, dass jemand danach handelt, haengt dort falsch.









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