Das Meeting ist vorbei. Das Transkript läuft noch nach. Jetzt beginnt der Teil, der in den meisten Unternehmen am meisten Zeit kostet: Das Meeting Protokoll. Wer hat was übernommen? Was wurde entschieden? Was ist noch offen? Dieser Artikel zeigt, wie Sie mit gezielten Copilot-Prompts aus dem Transkript verwertbare Ergebnisse machen.

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer zweiteiligen Einheit. Im ersten Teil haben wir das Meeting vorbereitet, das Transkript aktiviert und Copilot im laufenden Meeting eingesetzt. Wer dort noch nicht war, findet den Artikel in der Serienübersicht am Ende dieser Seite.

Schritt 4: Nach dem Meeting

Nach dem Meeting finden Sie im Teams-Meeting-Chat zwei Tabs: „Notizen“ und „Transkript“. Dies aber auch nur unter der Bedingung, dass Sie in der gleichen Organisation wie der Besprechungsorganisator sind. Ansonsten haben Sie keine Berechtigungen das Transkript zu verwenden.

Unter „Notizen“ landen Loop-Notizen, die während des Meetings gemeinsam verfasst wurden. Unter „Transkript“ liegt das wortgetreue Protokoll des gesamten Gesprächs, mit Zeitstempeln und Sprecherzuordnung. Das ist die Grundlage für alles, was Copilot im nächsten Schritt leisten kann.

Beachten Sie dabei den Hinweis, den Microsoft direkt im Transkript einblendet: „KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.“ Das ist kein Kleingedrucktes. Das ist eine klare Aufforderung zur Überprüfung. Bitte nehmen Sie das ernst. Denn schließlich und letztlich werden wir für das Verantwortlich gemacht, was wir weiter geben.
Die Zusammenfassung erstellen Sie nicht durch einen Klick, sondern durch einen gezielten Prompt. Copilot greift dabei auf das Transkript zu und kann auf dieser Basis herausarbeiten:

  • Die wichtigsten besprochenen Themen
  • Offene Punkte und Entscheidungen
  • Übernommene Aufgaben mit Namen der verantwortlichen Person

Das Ergebnis des Prompts ist ein Entwurf, kein fertiges Protokoll. Lesen Sie es durch, bevor Sie es weiterverwenden. Posten Sie die Zusammenfassung dann als Antwort auf die Agenda-Nachricht im Kanal. Damit liegt alles an einem Ort: Vorbereitung, Durchführung, Ergebnis. Wer später nachschaut, findet den gesamten Kontext ohne zu suchen.

Im nächsten Artikel dieser Serie zeigen wir, wie Sie dieses Transkript in Word zu einem vollständigen Protokoll weiterverarbeiten.

Schlecht vs. Gut: Prompts, die funktionieren

Bevor wir zu den konkreten Beispielen kommen, drei Grundregeln, die für jeden Copilot-Prompt gelten, egal ob im Meeting-Kontext oder anderswo: 

Klare Zieldefinition:
Das Ziel muss immer explizit formuliert werden, um präzise Ergebnisse zu erhalten. 
Strukturierte Vorlagen:
Für jede wiederkehrende Aufgabe sollte eine Vorlage verwendet werden, um Struktur und Wiederholbarkeit zu sichern.
Ergebnisüberprüfung: Ergebnisse müssen regelmäßig überprüft werden, um Fehler frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. 

Die Qualität der Copilot-Ausgabe hängt direkt an der Qualität des Prompts. Das klingt banal, macht in der Praxis aber den größten Unterschied. Hier vier konkrete Beispiele aus dem Meeting-Alltag:

SituationSchlechter PromptGuter Prompt
Zusammenfassung nach MeetingFass das Meeting zusammen.Fasse die wichtigsten Entscheidungen und offenen Punkte aus diesem Meeting zusammen. Sprache: Deutsch. Format: Stichpunkte.
Aufgaben extrahierenWas waren die Aufgaben?Liste alle übernommenen Aufgaben mit Name der verantwortlichen Person und genanntem Termin auf.
Nachzügler einbrievenWas habe ich verpasst?Was wurde bisher besprochen? Fasse die wichtigsten Punkte der letzten 15 Minuten zusammen.
Agenda FolgemeetingWas kommt als nächstes?Erstelle eine Agenda für das Folgemeeting auf Basis der offenen Punkte aus diesem Transkript. Sprache: Deutsch.

Aus den in der Tabelle gezeigten Beispielen lässt sich eine Faustregel für einen guten Prompt ableiten: Formulieren Sie explizit, nicht implizit.
Copilot hat nicht die menschliche Fähigkeit, aufgrund von Erfahrungen Dinge zu antizipieren. Copilot braucht genaue, exakte und strukturierte Anweisungen.

Was Copilot hier nicht kann

Copilot ist kein Alleskönner. Wer die Grenzen kennt, vermeidet Enttäuschungen und setzt das Werkzeug gezielter ein.

  • Kein Transkript gestartet: Copilot hat keinen Kontext und kann nichts zusammenfassen. Das ist die häufigste Ursache für schlechte Ergebnisse.
  • Schlechte Gesprächsqualität: Wenn im Meeting alle durcheinanderreden, spiegelt das Transkript genau das wider. Durcheinander im Meeting, Durcheinander im Output.
  • Externe Teilnehmer ohne Teams-Account: Ihre Beiträge werden im Transkript möglicherweise nicht korrekt der Person zugeordnet.
  • Copilot ersetzt kein Urteilsvermögen: Die Zusammenfassung ist ein Entwurf. Sie entscheiden, was ins Protokoll kommt. Prüfen Sie das Ergebnis immer.
  • Gutes solides Wissen über die Funktionsweise der Microsoft Office Programme (Word, Excel, Outlook und PowerPoint) ist eine wichtige Voraussetzung, um Copilot-Ergebnisse beurteilen und korrekt einordnen zu können.

Was das in der Praxis bedeutet

Die folgenden Zahlen basieren auf Erfahrungswerten aus Schulungen und Praxiseinsätzen. Sie sind Schätzungen, keine Studienergebnisse. Nehmen Sie sie als Orientierung, nicht als Versprechen.

AufgabeOhne CopilotMit Copilot
Meeting-Zusammenfassung erstellen15–20 Minuten2–3 Minuten
Offene Punkte extrahieren10 Minuten1 Minute
Nachzügler einbrievenMeeting unterbrechenPrompt, fertig
Agenda für Folgemeeting10 Minuten2 Minuten

Rechnen Sie das hoch: Bei drei Meetings pro Woche und zehn Teilnehmern ergibt das eine realistische Zeitersparnis von 30 bis 45 Minuten pro Person pro Woche. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das zwei bis drei Arbeitstage pro Mitarbeiter. Nicht durch Mehraufwand, sondern durch einen anderen Workflow.

Der nächste Schritt in der Serie

Das Transkript liegt in Teams. Im nächsten Artikel zeigen wir, wie Sie es in Word zu einem vollständigen Protokoll machen, offene Punkte extrahieren und Follow-Up-Mails direkt aus Teams versenden.

Artikelserie: Copilot im Teams-Alltag   Artikel 1:  Terminvorbereitung mit Copilot in Outlook und Teams Artikel 2a: Vorbereitung, Transkript und Copilot im laufenden Meeting Artikel 2b: Nach dem Meeting: Zusammenfassung, Prompts und ROI (dieser Artikel) Artikel 3:  Vom Transkript zum Protokoll in Word Artikel 4:  PowerPoint-Vorbereitung für das Folgemeeting

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